Lernkartei festigt Englisch-Wortschatz

Lernkartei (Foto von Adobe Stock)
MethodeWortschatz festigen mit selbstgemachten Lernkärtchen
KnacknussDie Knacknuss liegt darin, dass die Hauptbegriffe einer Unterrichtseinheit im Fremdsprachenunterricht von den Lernenden schnell wieder vergessen werden, obwohl diese während einer Unterrichtsequenz (ca. vier bis fünf Wochen) zirkelförmig eingeübt werden. Die Lehrperson vermutet, dass den SuS im Rahmen des Unterrichts zu selten Möglichkeiten geboten werden, sich genügend intensiv mit dem Wortschatz auseinanderzusetzen.
Ziel1) Mindestens 70 % der SuS können nach Abschluss einer Lerneinheit mindestens 90 % der von der Lehrperson bestimmten Hauptbegriffe richtig benennen. Die restlichen 30 % der SuS benennen mind. 50 % der Hauptbegriffe richtig.

2) Mindestens 70 % der SuS können mindestens neun von zehn ausgewählten Hauptbegriffen orthografisch korrekt schreiben. Die restlichen 30 % der SuS schreiben mind. fünf von zehn Hauptbegriffen korrekt.
ZeitbedarfVorbereitung: 3h, je nachdem welche Arbeitsmaterialien von der Lehrperson selbst erstellt werden
Durchführung: unterrichtsintegriert, mehrere Vorgehensweisen
Datenauswertung: 5-10 Minuten
MaterialPicture Dictionary, Lernkartei (Schachtel und Lernkärtchen), Jass-Schiefertafel (Whiteboard)
Methode detailliertDie Lehrperson wählt zwölf Begriffe pro Lerneinheit aus. Sie nutzt dazu den online Picture Dictionary. Mit der Klasse bastelt sie eine Lernkartei (Schachtel mit Lernkärtchen zum Üben und Einordnen), erklärt, wie man damit Wörter lernt, und orientiert über die Ziele. Ab jetzt, bekommen die Lernenden jeweils am Ende einer Englischstunde zwei bis drei Minuten Zeit zum Üben der Hauptbegriffe. Ausserdem sollen sie auch in kurzen freien Momenten selbstständig mit der Kartei arbeiten. Im Englischunterricht werden die Begriffe in der Arbeit mit dem Lehrmittel, das jeweils etwa ein halbes Dutzend Übungen beinhaltet, erlernt und angewendet.  

Zur Überprüfung des ersten Ziels erstellt die Lehrperson Karten mit Bildern der Begriffe und sortiert sie nach Lerneinheit in einen Briefumschlag. Zuerst können die Lernenden zu zweit testen wie viele Hauptbegriffe sie benennen können. Als eigentliche Überprüfung erstellt die Lehrperson formative Tests, die für jede Lerneinheit anders gestaltet sind:  Bei den Hauptbegriffen zu den Farben sollen die Lernenden englischen Farbbegriffe (z. B. red) auf einem Arbeitsblatt mit der entsprechenden Farbe einkreisen. Die Auswertung führen die Lernenden selbst anhand des Lösungsschlüssels durch.  

Mit einem Foto hält die Lehrperson das Resultat fest. Sie beteiligt die Lernenden so stark wie möglich an der Datenerhebung. Nach jeder Datenerhebung werden die Ergebnisse in einer Liste anonymisiert festgehalten. Für die Überprüfung des zweiten Ziels (korrekt schreiben) wählt die Lehrperson formative Tests, in denen die Lernenden Begriffe möglichst korrekt aufschreiben.  
ErfolgDie Vorgabe durch die Zielsetzung wird erreicht.
Heraus- forderungenDer administrative Aufwand war bei der ersten Durchführung eher hoch. Die SuS mussten erst an die Nutzung der Lernkartei herangeführt werden. Es galt zudem, die zu lernenden Wörter jeweils im Kontext der Unterrichtseinheit des Lehrmittels zu präsentieren.
Rückmeldungen SuSDie Lernenden zeigen von Beginn weg Interesse an der Lernkartei und dem Arbeiten sowie Üben damit.
Hinweise der LPInformationsgewinn für LP:
Die Lehrperson kann vertiefter erkennen, welche Strategien den Lernenden beim Aufbau ihres aktiven Wortschatzes hilfreich sind. Auch die Lernenden erkennen dies. Beim weiteren Einsatz der Methode werde ich versuchen, das Vorgehen etwas einfacher zu gestalten, z.B. keine Fotos zu erstellen, sondern die korrekten Antworten auszuzählen.  

Gewinn für SuS/Unterricht:
Auseinandersetzung mit Wortschatz im Unterricht.  Steigerung Lernerfolg und gleichzeitige Erhöhung der Motivation. 
UrheberschaftDie Methode wurde entwickelt, erprobt und dokumentiert von Simon Muffler im Fach Englisch mit SuS der 3. Klasse an der Primarschule Seon (AG).