Aufträge vertieft bearbeiten

Selbstevaluationsbogen (Beobachtungsschema)
MethodeMit Selbstevaluation die Lernbereitschaft und Selbständigkeit steigern
KnacknussSuS bearbeiten Aufgaben oberflächlich, u.a. da die Aufgaben anschliessend im Plenum besprochen werden. Teilweise werden Lösungen auch abgeschrieben.
ZielMindestens 80% der SuS setzen sich während der Aufgabenphase vertieft mit dem Auftrag auseinander, indem sie die definierten Kriterien* erfüllen.
*Kriterien können von der LP vorgegeben werden oder gemeinsam mit den SuS erarbeitet werden.
ZeitbedarfVorbereitung: 60 min.
Durchführung: ca. 5-10 min.
Datenauswertung: pro Mal ca. 20 min.  (6 x 20min. = 120min.)
MaterialAufgabenblatt, Text (Niveau entsprechend), Selbstevaluationsbogen
Methode detailliertDie LP formuliert den Auftrag mündlich, eventuell zusätzlich in schriftlicher Form je nach Komplexität des Auftrags. Zusätzlich stellt sie detaillierte Vorgaben zum Vorgehen zur Verfügung, sodass die SuS die Aufgaben zielorientiert umsetzen können. Die SuS sollen ihre Arbeitsresultate schriftlich festhalten unter Verwendung ihres eigenen Wortschatzes. Die SuS werden darauf hingewiesen, dass es keine Heftnote gibt. Notizen, wie z.B. das Festhalten von weiterführenden Gedanken, sind erwünscht.  Die LP bietet während der Stillarbeit individuelle Unterstützung. Mit dem Ampelsystem (rot, gelb, grün) zeigen die SuS Unterstützungsbedarf an. So werden arbeitende SuS nicht gestört.  
Die Lösungen zu den Aufgaben präsentiert die Lehrperson in Stichworten. So stellt sie sicher, dass die SuS selbst Sätze formulieren. Die Lernenden vergleichen ihre Lösungen mit der der Lehrperson. Die SuS können allenfalls ihre finalen Lösungen in Gruppen austauschen.
Zum Abschluss gibt es ein Gruppenquiz, welches den SuS als Motivation und Sicherung der Lerninhalte dienen soll.
Die Methode/ Beobachtung dauert 6 Wochen.
In jeder Woche sind die SuS beim Abschluss einer RZG-Lektion (Raume, Zeiten, Gesellschaften) mit einer selbständigen Übungssequenz dazu angehalten, kurz ihr Lernen zu reflektieren. Für die Selbstevaluation wird ein Fragebogen verwendet (siehe Abbildung 1). Ziel ist es, dass die SuS ihre Lernprozesse in ihrer individuellen Qualität stärker wahrnehmen. Dabei lernen die SuS ihre Lernprozesse, -strategien und -motivation einzuschätzen. Sie werden sich Stärken und Schwächen bewusster und können ihr Selbstbewusstsein und ihre Motivation stärken im Hinblick auf neue Herausforderungen.
ErfolgDas Erhebungsinstrument ist kurz und prägnant. Dessen Einsatz beansprucht kaum Zeit im Unterricht. Es gibt den SuS sowie der Lehrperson einen Überblick über die Lernresultate der vergangenen Lektion. Voraussetzung für das Gelingen ist, dass die SuS die Erhebung ernst nehmen und ihr Lernen auf ehrliche Art und Weise reflektieren können. Bei der Interpretation der Ergebnisse fallen die Fortschritte auf. Es wird deutlich, dass die SuS Aufgaben selbstständiger lösen und die Lösungen zu den Aufgaben zunehmend in eigenen Worten beschreiben. Das Erhebungsinstrument hat sich als wirksam erwiesen. Die Lehrperson bespricht die Ergebnisse mit den SuS während den Coaching Gesprächen. Sie evaluieren ihr Lernen im Dialog. Gemeinsam werden weitere individuelle Ziele festgelegt.
Heraus- forderungenDie Fortschritte gelingen besser, wenn die SuS Spass an den Aufgaben haben. Das heisst die Aufgaben sind ihrem Niveau angepasst und für sie ansprechend. Die Lernmotivation der SuS ist jedoch auch unterschiedlich je nach Tag und Uhrzeit.
Rückmeldungen SuSDie Mehrheit der SuS war der Meinung, dass sie diese Methode angeregt hat, über Ihr Lernen nachzudenken und Verbesserungen anzubringen. SuS erwähnten, dass sie jedoch froh waren, dass der Fragebogen kurzgehalten war und dass er für eine gewisse Zeitspanne beschränkt war und nur in einem Fach durchgeführt wurde.
Hinweise der LPInformationsgewinn für LP:
Das Erhebungsinstrument gibt der Lehrperson einen Überblick über den Lernfortschritt der vergangenen Lektion.

Gewinn für SuS/Unterricht:
Stärkung der Lernbereitschaft, der Selbstständigkeit und des Selbstbewusstseins der SuS.
Urheberschaft        Die Methode wurde entwickelt, erprobt und dokumentiert von Carole Zwyssig-Kliem im Fach RZG mit SuS der 7. Klasse an der Schule Lenzhard in Lenzburg.