Ein Feedbackverfahren aus der Lehrerkonferenz breitet sich auf die Klassen aus

feedback-150x150Das Katholische Berufskolleg Gladbeck in der Trägerschaft des Johannes – Kessels – Akademie e.V. ist dem Diözesancaritasverband des Bistums Essen angeschlossen. Die Schule der Sekundarstufe II im Berufsfeld Sozial- und Gesundheitswesen beinhaltet zurzeit:

  • den Bildungsgang Kinderpfleger/in
  • den Bildungsgang Sozialhelfer/in
  • die Fachschule für Sozialpädagogik
  • den Bildungsgang Erzieher/in mit Allgemeiner Hochschulreife
  • die Fachoberschule Klasse 11 und 12

Leitidee ist dabei: „Der Mensch als Ganzes steht im Mittelpunkt.“

Welche Ziele gesetzt wurden

Im Jahre 2011 stellten die Lehrpersonen bei Konferenzen fest, dass die begrenzte Zeit zum Teil nicht effektiv genutzt wurde. Alle 21 Lehrpersonen waren damit unzufrieden und fragten sich: „Wie kommen wir schneller voran?“ Dies ist eine Unterfrage aus John Hatties 2. Feedbackfrage: „Wie komme ich dorthin?“ (2014, S. 134).

Welche Veränderungen gemacht wurden

Bild_FeedbackausLehrerkonferenzDa das Ruhrgebiet total fußballverrückt ist, einigten sich die Lehrpersonen darauf ein System aus gelben und roten Karten mit folgenden Bedeutungen für die Lehrerkonferenzen einzuführen:

  • Gelbe Karte, der Redebeitrag der Kollegin/ des Kollegen ist zu lang und sollte von ihr/ihm schnellstens beendet werden.
  • Rote Karte, der Redebeitrag muss sofort beendet werden.

Dieser Vorschlag wurde einstimmig angenommen, da Jeder nun das Recht bekam, die Konferenzen effizienter zu gestalten. Die Schülerinnen und Schüler erfuhren von dem Kartensystem, da Lehrpersonen im Unterricht einigen Klassen davon berichteten. Es wurde dann über die Einführung dieses Systems kontrovers diskutiert. Alle Schülerinnen und Schüler dieser Klassen beschlossen, das Kartensystem in Diskussionsrunden einzuführen, da der Vorteil des ständigen Feedbacks gegenüber allen anderen Argumenten überwog.

Welche Auswirkungen festgestellt wurden

In den Konferenzen führte dieses Kartensystem zu einer sinnvolleren Gesprächsgestaltung und zu einem verbesserten Zeitmanagement.

Nach anfänglichen Startproblemen in einzelnen Klassen, die zum Teil mit Sympathie und Antipathie innerhalb der Gruppen zu tun hatten, funktionierte das System gut. Die Schülerinnen und Schülern wogen nun noch mehr ab, was sie für wichtig erachteten und bekamen entsprechend auch sofort ein Feedback darüber. Innerhalb der Klassen entwickelte sich eine Gesprächskultur, die den Unterricht insgesamt effizienter voran- brachte und noch bringt. Es gewährleistet zudem ausgewogene Redeanteile für alle Schülerinnen und Schüler der jeweiligen Klassen.

Wie es weiter geht

Innerhalb des Kollegiums ist aus dieser Diskussion ein Pädagogischer Tag im März 2011 zum Thema: Aufbau einer Feedbackkultur, entstanden. An dieser schulinternen Lehrerfortbildung wurde beschlossen, Lehrer-Lehrer- Hospitation einzuführen, um für die Lehrpersonen das Thema Feedback noch stärker in den Vordergrund zu rücken. Es wurden folgende Schwerpunkte angesprochen: Schüler-Lehrer- Feedback, Kollegiales Feedback und Führungsfeedback. Verfahrensregeln, Gesprächsnormen und Feedbackinstrumente wurden gesammelt, wobei von bestehenden Schüler-Lehrer Feedbacks anderer Schulen ausgegangen wurde. Arbeitskreise zu den oben genannten Schwerpunkten entstanden, die jeweils Basisvoraussetzungen erstellten, an denen die Lehrpersonen weiterarbeiteten.

Da das Thema Lernen sichtbar machen aus der Sichtweise von John Hattie in Deutschland noch relativ neu ist, wird sich das Kollegium in der nächsten Zeit damit intensiver beschäftigen.

Quelle: Eigener Erfahrungsbericht von Guido Wiegand, Lehrer an der Johannes – Kessels -Akademie e.V., Katholisches Berufskolleg Gladbeck, Allensteiner Str. 22, D-45964 Gladbeck,

Mitglied der erweiterten Redaktion von www.lernensichtbarmachen.net

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