Newsletter Nr. 09 / 14

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Mit dieser Ausgabe des Newsletters von Lernen sichtbar machen führen wir eine Feedbackfunktion zur Bewertung des Newsletters ein. Die Reihe „Missverständnisse“ wird weitergeführt, und es wird ein Leitfaden zur Beteiligung an Diskussionen im Wiki vorgestellt.

Lesen Sie im Beitrag von Roland Knoblauch, Fachberater für Schulentwicklung und Fortbildner für Berufliche Schulen in Baden-Württemberg, über „Lesson Study“, ein Untersuchungsansatz, um Lernen durch die Augen der Lernenden zu sehen.

Ich wünsche Ihnen viel Vergnügen bei der Lektüre.

Wolfgang Beywl
Projektleiter

Neu auf www.lernensichtbarmachen.net

Bewerten Sie den Newsletter

Im Sinne von Lernen sichtbar machen, wollen auch wir als Redaktion lernen und den Newsletter verbessern. Was uns bis anhin fehlt, ist Ihre Rückmeldung, um Antworten auf die Fragen „Wo stehen wir?“ und „Wohin geht es als Nächstes?“ zu erhalten. Um diese Lücke zu schliessen, haben wir eine Feedbackfunktion eingerichtet.

Nehmen Sie sich eine Minute Zeit, und teilen Sie uns hier Ihre Meinung zu diesem Newsletter mit. Ausführliche Kommentare erhalten wir sehr gerne über das Kontaktformular.

Das Team freut sich über Ihr Feedback!                            

Was ist eine Effektstärke? Ein Kurzfilm zur Erklärung

John Hattie benutzt in seinen Studien die Effektstärke als statistisches Mass um anzugeben, wie stark sich die von ihm identifizierten Faktoren auf die Lernleistung auswirken. Ein zehnminütiger Film erklärt, was eine Effektstärke ist. Der Film wurde von Michael Mittag realisiert. Der Film ist auch ohne statistische Vorkenntnisse gut verständlich. Die grundlegenden Begriffe werden mit Hilfe von Illustrationen erläutert.

Hier gelangen Sie zum Film (Youtube).

Lernen sichtbar machen: Missverständnisse Teil 3

Auf die Lehrperson kommt es an!? – zweite Runde

Thema im letzten Newsletter war, dass die Aussage „auf die Lehrperson kommt es an“ eingeordnet werden muss. Wir fokussierten die Frage: „Ist es wirklich die Lehrperson allein?“ Die Antwort von John Hattie: „Es geht um den Plural, die Lehrenden“.

In diesem Newsletter gehen wir nochmals auf diese (angepasste) Frage ein: Sind es wirklich die Lehrpersonen allein, auf die es ankommt?

Nein, es sind nicht die Lehrpersonen allein.

Untersuchungen zeigen, dass die Lernenden für den Grossteil der Unterschiede in der Lernleistung sorgen (vgl. Hattie, 2003). Das Elternhaus, Peers und Schule erklären je weitere 5 – 10 % der Unterschiede. Die Lehrpersonen sind für die verbleibenden ca. 25 % verantwortlich. Dieses gute Viertel ist das entscheidende. Denn bei den anderen drei Vierteln lässt sich teils gar nichts (z. B. körperliche Beeinträchtigungen von Lernenden; ihr Hineingeboren-Sein in ein bildungsfernes Elternhaus), erst lang- und mittelfristig (z. B. Stärkung der Intelligenz) oder mit immensem finanziellen Aufwand und ungewissem Ausgang etwas erreichen (Strukturveränderungen im Bildungssystem). Durch die Lehrenden und ihren Unterricht hingegen können schon mittel- oder gar kurzfristig das Lernhandeln verändert und Lernzuwächse erhöht werden.

Die Lehrpersonen können Lernen und Lernleistungen auf unterschiedliche Weise beeinflussen, z. B. bei den Lernenden Erwartungen wecken, wirkstarke Unterrichtsmethoden einsetzen oder für eine gute Lehrer-Schüler-Beziehung sorgen. Lehrpersonen können Veränderungen im Unterricht herbeiführen, die sicher umsetzbar sind und schnell zu Lernerfolgen führen. So kann z. B. das klare Formulieren und Kommunizieren von Lernzielen bereits ab der nächsten Unterrichtsstunde verstärkt umgesetzt werden; und dies hat nachweislich hohes Wirkpotential für Lernzuwachs. Dies gilt für eine grosse Zahl anderer Faktoren, die Sie in den Domänen Lehrperson und Unterrichten finden.

Lehrpersonen sind somit der Schlüssel, wenn es darum geht, die Lernleistung der Lernenden in naher Zukunft zu verbessern; dabei kommt es nicht allein auf sie an.

Literatur:

Hattie, J. (2003). Teachers make a difference: What is the research evidence? Australian Council for Educational Research Annual Conference on: Building Teacher Quality. University of Auckland.

Lesson Study – eine Form kooperativer und evidenzbasierter Unterrichtsreflexion

Ein Bericht von Roland Knoblauch, Fachberater für Schulentwicklung und Fortbildner für Berufliche Schulen in Baden-Württemberg

Lesson Study ist ein bewährter Ansatz, um das Lernen durch die Augen der Schülerinnen und Schüler zu sehen (vgl. Hattie 2013) und damit den Unterricht gemeinsam weiter zu entwickeln. Lesson Study bedeutet sinngemäss übersetzt Unterrichtserforschung: Eine Gruppe von Lehrkräften – meist mit einem gemeinsamen fachlichen Hintergrund – wertet Unterrichtserfahrungen aus und leitet daraus Fragestellungen bzw. Ziele für die Weiterentwicklung des Unterrichts ab. Für diese Fragestellungen bzw. Ziele werden am Beispiel einer Unterrichtsstunde gemeinsam Lösungen entwickelt und im Unterricht erprobt. Durch die Beobachtung des Schülerlernens wird die Wirkung des gemeinsam erstellten Unterrichtskonzepts untersucht. Die durch die Beobachtung gewonnenen Daten können für eine Weiterentwicklung dieses Unterrichtskonzepts genutzt werden.

Lesen Sie hier weiter, wie Lesson Study in der Praxis umgesetzt wird und wo Weiterbildungen dazu angeboten werden.

Ein Kurzleitfaden: Diskussionsbeteiligung im Wiki

Jeder Faktorbeitrag im Wiki verfügt über eine Diskussionsseite. Die Diskussionsseiten bieten Ihnen die Möglichkeit, Anregungen, Hinweise z. B. auf Literatur und Ideen einzubringen. Ihre Informationen können uns zu Korrekturen anregen oder zu Ergänzungen führen. Sie tragen damit zur Qualitätsverbesserung des Wiki bei.

Sie können sich ohne Registrierung oder Anmeldung beteiligen (Sie können sich aber auch registrieren, wenn Sie mit Ihren Kommentaren erkennbar sein wollen).

In diesem bebilderten Kurzleitfaden ist erklärt, wie Sie mit wenigen Klicks Ihre Kommentare eingeben und speichern können. Sie werden direkt im Wiki veröffentlicht.

Um die Darstellung müssen Sie sich nicht kümmern. Das Redaktionsteam von Lernen sichtbar machen übernimmt die Gliederung und Formatierung Ihres Beitrags.

Lohnt sich anzuschauen

Der Hattie-Faktor – Gespräch mit Wolfgang Beywl: Ein Radiobeitrag

Der Sender Radio Bremen ging in einem Gespräch mit Wolfgang Beywl der Frage nach, was es mit dem Hattie-Faktor auf sich hat.

Hier gelangen Sie zum Beitrag.

Artikel „Die Hattie-Studie“ von Ulrich Steffens und Dieter Höfer

Im Mai 2014 veröffentlichten Steffens und Höfer den Hintergrundartikel zur Studie von John Hattie. Lesen Sie kurzgefasst über Hatties Lernmodell und Lehrerbild, die zentralen Ergebnisse sowie die Folgerungen aus der Studie.

Hier gelangen Sie zum Artikel.

Ausblick

Wir wünschen Ihnen bereits heute einen guten Jahresabschluss und freuen uns, Ihnen im neuen Jahr weiterhin von und über Lernen sichtbar machen zu berichten.

Das Team freut sich über Ihr Feedback!       

Kommentar (1) Schreibe einen Kommentar

  1. Hallo zämä, wow, der Newsletter sieht jedes Mal besser aus; herzliche Gratulation! Und der Film zu der Effektstärke finde ich auch toll gemacht. So wird Hattie auch für viele weitere Personen nahbar(er). Liebe Grüsse ins gesamte Team und euch allen ein besinnliche Adventstage! Marc

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